Scharade Regeln: Spielarten, Punkte und fertige Begriffe
Die Scharade Regeln passen auf einen Bierdeckel: Einer stellt einen Begriff dar, sein Team rät, und aussprechen ist verboten. Hier findest du alle vier Spielarten von Pantomime bis Summen, ein faires Punktesystem und fertige Wortlisten, damit der Abend nicht mit der Suche nach Karten beginnt.
Scharade gehört seit Generationen zu jedem Spieleabend, und das liegt an einer einzigen Idee: Derselbe Begriff lässt sich auf mehrere Arten vermitteln. Wer nicht zeichnen kann, spielt vor. Wer sich nicht traut vorzuspielen, umschreibt. So findet jeder am Tisch eine Rolle, vom Opa bis zur Zwölfjährigen.
Was ist Scharade, und warum funktioniert sie so gut?
Zwei oder mehr Teams treten gegeneinander an. In jeder Runde versucht eine Person, ihrem eigenen Team einen Begriff zu vermitteln, während die Zeit läuft. Der Haken: Das Wort selbst darf nicht fallen. Es wird gezeigt, umschrieben, gezeichnet oder gesummt.
Scharade ist kein Wissensspiel. Es gewinnt nicht, wer am meisten gelesen hat, sondern das Team, das sich am schnellsten in den Kopf der anderen hineindenkt. Genau deshalb klappt es in gemischten Runden, in denen Großeltern, Eltern und Teenager zusammensitzen.
Die Scharade Regeln in fünf Schritten
- Teams bilden.Zwei Teams reichen. Unter vier Leuten spielt ihr besser reihum, jeder hilft jedem, und die Punkte zählt ihr einzeln.
- Begriff ziehen.Von einer Karte, einem Zettel aus der Schüssel oder vom Handy. Vorher legt ihr fest, ob vorgespielt, umschrieben, gezeichnet oder gesummt wird.
- Zeit starten.60 Sekunden sind der Klassiker. Beim Zeichnen gebt ihr 90, weil das Papier Zeit kostet.
- Begriff vermitteln.Verboten sind: das Wort selbst, sein Wortstamm, Reime darauf und die Übersetzung in eine andere Sprache.
- Punkte notieren.Jeder erratene Begriff zählt. Wer nach der vereinbarten Zahl an Runden vorne liegt, gewinnt.
Pantomime: die bekannteste Spielart
Pantomime ist das Herz der Scharade. Kein Laut, kein Wort, keine Lippenbewegung, nur der Körper. Das ist die Spielart, über die noch Jahre später geredet wird.
- Mit der Kategorie anfangen. Eine Kurbelbewegung neben dem Kopf heißt Film, zwei aufgeklappte Hände heißen Buch. So startet dein Team nicht bei null.
- Wörter zählen. Zeig mit den Fingern, aus wie vielen Wörtern der Begriff besteht und bei welchem du gerade bist. Das lernt jede Runde in fünf Minuten.
- In Teile zerlegen. Wenn das Ganze nicht klappt, spiel die Bausteine. „Sonnenbrille“ sind zwei Bewegungen, die Sonne und die Brille.
- Nicht stehen bleiben. Wer anfängt nachzudenken, verliert sein Team. Bleib in Bewegung, auch wenn die Richtung falsch ist.
- Zähne putzen
- Angeln
- Gewichtheben
- Schneeballschlacht
- Schuhe binden
- Gähnen
- Niesen
- Aufzug fahren
- Schwimmen
- Drachen steigen lassen
- Gassi gehen
- Bügeln
- Selfie machen
- Yoga
- Karate
- Sumo
- Zaubertrick
- Jonglieren
- Pinguin
- Giraffe
- Känguru
- Krokodil
- Krake
- Igel
- Feuerwehrmann
- Zahnarzt
- Dirigent
- Pilot
- Taucher
- Briefträger
Mehr Material für diese Spielart findest du in der Liste mit Pantomime Begriffen, sortiert nach Schwierigkeit.
Umschreiben: reden ja, den Begriff sagen nein
Umschreiben wird unterschätzt. Auf den ersten Blick wirkt es leichter als Pantomime, in der Praxis ist es schwerer, sauber zu bleiben, weil einem das Wort ständig auf der Zunge liegt.
- Vom Allgemeinen zum Konkreten. Erst die Kategorie, dann wofür man es braucht, zum Schluss das Detail.
- Mit Gegenteilen arbeiten. „Nicht warm, sondern…“ bringt dich schneller ans Ziel als drei umständliche Sätze.
- Den Wortstamm meiden. Einen „Haartrockner“ darfst du nicht mit „damit trocknest du Haare“ erklären. Das ist der häufigste Regelverstoß.
- Aufs Team hören. Wenn zweimal dasselbe geraten wird, wechsle die Richtung, statt denselben Satz lauter zu wiederholen.
- Inflation
- Freiheit
- Fernweh
- Eifersucht
- Geduld
- Vertrauen
- Abo
- Garantie
- Passwort
- Deadline
- Zinsen
- Versicherung
- Zeitzone
- Schwerkraft
- Evolution
- Demokratie
- Schadenfreude
- Vorurteil
- Bausparvertrag
- Steuererklärung
- Überstunden
- Kündigung
- Haushaltsbuch
- Reklamation
- Jetlag
- Déjà-vu
- Placebo
- Wahrscheinlichkeit
- Kompromiss
- Gewissen
Zeichnen: die Spielart, die jede Runde spaltet
Beim Zeichnen sind Buchstaben, Zahlen und Symbole tabu. Genau das macht es lustig. Und gute Zeichner haben einen überraschenden Nachteil: Sie zeichnen zu schön und deshalb zu langsam.
- Skizze statt Kunstwerk. Fünf Striche sind mehr wert als ein schattiertes Porträt.
- Eine Szene zeichnen. Ein Gegenstand allein ist mehrdeutig, in einer Situation wird er eindeutig.
- Das Wichtige einkreisen. Ein Kreis drumherum sagt: Darauf kommt es an.
- Nicht radieren. Fang daneben neu an. Mit Ausbessern ist die halbe Runde weg.
- Leuchtturm
- Heißluftballon
- Karussell
- Sonnenblume
- Regenschirm
- Schneemann
- Segelboot
- Windmühle
- Wohnwagen
- Traktor
- Rakete
- Iglu
- Gitarre
- Geige
- Klavier
- Leiter
- Kaktus
- Aquarium
- Vulkan
- Regenbogen
- Pyramide
- Schloss
- Brücke
- Tunnel
- Labyrinth
- Zelt
- Pirat
- Roboter
- Einhorn
- Dinosaurier
Summen: die vierte Spielart für musikalische Runden
Beim Summen gibt es nur die Melodie, keinen Text, kein Klatschen im Takt des Refrains. Das klingt simpel, wird aber schnell zur lautesten Runde des Abends, weil alle gleichzeitig mitsummen wollen.
- Mit dem Refrain einsteigen. Die Strophe kennt kaum jemand, den Refrain fast alle.
- Tempo übertreiben. Ein langsamer Song wird erkennbar, wenn du ihn noch langsamer summst.
- Bekanntes wählen. Kinderlieder, Schlager, Titelmelodien und Weihnachtslieder funktionieren in jeder Altersgruppe.
- Alle meine Entchen
- Happy Birthday
- Biene Maja
- Pippi Langstrumpf
- Sandmännchen
- Tatort
- 99 Luftballons
- Atemlos durch die Nacht
- Skandal im Sperrbezirk
- Rock Me Amadeus
- Griechischer Wein
- Fliegerlied
- Last Christmas
- Jingle Bells
- Stille Nacht
- We Will Rock You
- Dancing Queen
- Macarena
Punkte: so bleibt das Spiel bis zum Schluss spannend
Viele Runden zählen einfach erratene Begriffe. Das reicht für den Anfang, aber nach einer Stunde läuft das Spiel oft aus, weil ein Team uneinholbar vorne liegt. Mit diesem System bleibt es länger knapp:
| Situation | Punkte | Warum |
|---|---|---|
| Begriff erraten | +1 | Einfach und schnell gezählt |
| Gepasst (1. Runde) | 0 | Am Anfang lernt die Runde noch |
| Gepasst (ab 2. Runde) | -1 | Passen bekommt einen Preis, und es wird weniger gepasst |
| Schwere Spielart (Zeichnen, Summen) | +2 | So lohnt es sich, Risiko zu gehen |
| Regelverstoß (Wort gesagt) | -1 | Ein Minuspunkt reicht, niemand fliegt raus |
Wenn ihr am Handy spielt, zählt die App die erratenen und gepassten Begriffe von selbst. Wie das Kippen funktioniert, steht in den Spielregeln.
Scharade Regeln ohne Karten: was tun?
An den meisten Abenden scheitert es nicht an den Regeln. Das Problem ist, dass die Spielschachtel ganz oben im Schrank liegt, die Sanduhr fehlt oder alle die Karten längst auswendig kennen.
| Karten aus der Schachtel | Handy | |
|---|---|---|
| Vorbereitung | 5-10 Minuten | Keine |
| Anzahl Begriffe | Begrenzt, irgendwann auswendig gelernt | Über 1.500, zufällige Reihenfolge |
| Zeitmessung | Sanduhr, die gern verschwindet | Eingebaut, mit Signalton |
| Eigene Begriffe | Handgeschriebene Zettel | Eintippen, die App mischt sie mit |
| Unterwegs | Passt in keine Jackentasche | Hast du sowieso dabei |
Wenn du Listen zum Abschreiben brauchst, findest du sie bei den Stirnraten Begriffen, nach Themen geordnet. Und falls ihr Zettel schreiben wollt: Wie viele ihr pro Abend braucht, steht im Artikel über Stirnraten Karten.
Scharade Regeln für große Gruppen
Ab zehn Leuten wird die klassische Variante zäh, weil die meisten nur zuschauen. Mit ein paar Anpassungen bleibt jeder beschäftigt:
- Drei Teams statt zwei. Die Wartezeit zwischen den eigenen Runden sinkt, und es gibt mehr Rivalität.
- Das gegnerische Team darf mitraten. Errät es den Begriff vor dem eigenen Team, bekommt es einen halben Punkt. So passen alle auf, nicht nur die Rater.
- Feste Reihenfolge. Schreibt auf, wer wann vorspielt. Sonst drücken sich die Schüchternen den ganzen Abend.
- Spielart auslosen. Ein Würfel entscheidet: 1-2 Pantomime, 3-4 Umschreiben, 5 Zeichnen, 6 Summen. Das hält die Runde frisch.
Die vier häufigsten Fehler
- Zu lange Runden.Ab 60 Sekunden langweilen sich die Zuschauer. Kurze Runden, schneller Wechsel.
- Immer dieselbe Spielart.Drei Stunden nur Pantomime ermüden jede Gruppe. Wechselt pro Runde.
- Zu schwere Begriffe am Anfang.Die erste Runde muss leicht sein, sonst ist die Stimmung weg, bevor sie da war.
- Niemand leitet das Spiel.Eine Person stoppt die Zeit und entscheidet bei Streit. Sonst wird über jeden Begriff diskutiert.
Pantomime, Umschreiben, Summen und Zeichnen mit über 1.500 Begriffen, ohne Sanduhr und ohne Kartensuche.
Gratis ladenHäufige Fragen
Wie viele Leute braucht man für Scharade?
Vier sind ein bequemes Minimum, damit zwei Teams mit je zwei Leuten entstehen. Zu dritt spielt ihr reihum: Einer stellt dar, die anderen beiden raten, und jeder sammelt seine eigenen Punkte.
Was ist nach den Scharade Regeln beim Umschreiben verboten?
Verboten sind der Begriff selbst, sein Wortstamm, Reime darauf, die Übersetzung in eine andere Sprache und das Buchstabieren. Erlaubt sind Synonyme, Gegenteile, Beispiele und Erklärungen.
Wie lange sollte eine Runde Scharade dauern?
60 Sekunden sind der Klassiker. Bei leichten Begriffen reichen 45, beim Zeichnen und bei abstrakten Begriffen gebt ihr besser 90 Sekunden, sonst wird fast nur gepasst.
Welche Spielart ist für Anfänger am leichtesten?
Pantomime, weil sie keinen großen Wortschatz braucht, nur etwas Mut. Umschreiben wirkt leichter, ist aber schwerer sauber zu spielen, weil das verbotene Wort ständig rausrutscht.